Schutz der Privatsphäre ist wichtig...
Daher stelle ich hier regelmäßig Informationen und Tipps für Privatleute ein.
Nachtrag zum Artikel „Einschüchterung, Erniedrigung, Machtspiel, Rache…“ (30.07.2026):
Verbreitung unerwünschte Bilder stoppen
Zusätzlich zu den Maßnahmen weiter unten im Artikel können Sie auch die Verbreitung unerwünschter Bilder stoppen, wenn Sie solche Bilder von Ihnen in den sozialen Medien entdecken:
Es gibt zwei kostenlose Anlaufstellen, um die Verbreitung solcher Bilder zu stoppen:
- Für Minderjährige (das Bild entstand vor dem 18. Geburtstag): takeitdown.ncmec.org/de, Fall anlegen mit dem Button "Starten"
- Für Erwachsene: StopNCII.org. Legen Sie den Fall mit dem Button "Erstellen Sie Ihren Fall".
Beide funktionieren gleich: Sie wählen das betreffende Bild auf Ihrem Gerät aus (PC oder Smartphone). Der Dienst erstellt daraus automatisch im Hintergrund eine Art digitalen „Fingerabdruck“. Nur dieser „Fingerabdruck“ wird an teilnehmende Plattformen wie Meta weitergegeben. Teilnehmende Plattformen sind unter anderem Facebook, Instagram, TikTok und Pornhub. Eine vollständige Liste finden Sie auf der jeweiligen Website.
Taucht Ihr Bild in den sozialen Medien auf, wird es erkannt und blockiert, ohne dass jemand es sich vorher ansehen musste.
Beide Seiten erklären den genauen Ablauf einmal ausführlich und verständlich auf der jeweiligen Webseite.
Was mit den Bildern passiert:
Wenn jemand versucht, Ihr Bild erneut hochzuladen, erkennt die teilnehmende Plattform es automatisch und verhindert das. So wird eine weitere Verbreitung gestoppt, bevor sie überhaupt passiert.
Was mit bereits veröffentlichten Bildern passiert:
Ist Ihr Bild schon online, arbeiten die Plattformen im Hintergrund daran, es zu finden und zu entfernen. Wie schnell und wie gründlich das gelingt, ist von Plattform zu Plattform unterschiedlich.
Und sollte dann jemand genau das Bild, das Sie gemeldet haben, irgendwann (erneut) hochladen, wird es durch den „Fingerabdruck“ erkannt und blockiert. Der Dienst schützt daher nicht vor neuen, weiteren Aufnahmen, sondern immer nur vor genau dem Bild oder Video, das gemeldet wurde.
Eine Rückmeldung zu den Ergebnissen bekommen Sie leider nicht, und der Dienst funktioniert leider auch nur bei den teilnehmenden Plattformen und nicht überall im Netz.
Aber mit den Diensten werden Ihre Bilder weniger verbreitet, und Sie behalten die Kontrolle, während die Plattformen im Hintergrund für Sie weiterarbeiten.
Einschüchterung, Erniedrigung, Machtspiel, Rache… das sind nur einige der Motive, die hinter digitaler Gewalt stecken könnten
(24.03.2026)
In der letzten Zeit haben wir in den Medien über mehrere Fälle von Deepfakes und digitaler Gewalt lesen können.
Was Täter dazu bewegen, anderen demütigen oder zu verfolgen, können wir nur spekulieren. Die Gründe dieser Menschen mögen vielfältig sein, oft geht es um Macht und Rache. Aber für das Opfer sind die Folgen traumatisch.
Leider nehmen solche Risiken für alle zu, da die künstliche Intelligenz es für Kriminelle leichter macht, Deepfake-Bilder und -Accounts zu erstellen.
In einem meiner Kurse neulich zu Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz haben wir auch über Deepfakes gesprochen sowie darüber, welche Folgen Deepfakes für Betroffenen haben. Eine Teilnehmerin nannte dabei den furchtbaren Fall von Collien Fernandes, die seit Jahren Opfer von digitaler Gewalt, Deepfake-Pornobildern und -Accounts ist. Der Fall führte zu einer kleinen Diskussion darüber, welche Möglichkeiten wir haben, uns zu schützen. Es hat mich wirklich gefreut zu sehen, wie ernsthaft und mit welchem Interesse das Thema diskutiert wurde.
Ich habe großen Respekt davor, wie Collien Fernandes mit dieser belastenden Situation umgeht. Ihr Mut, das Thema öffentlich zu machen, wird vielen Betroffenen helfen, sich weniger allein zu fühlen.
Auch in meiner ehrenamtliche Arbeit in der Opferhilfe begegne ich oft Opfer von Fällen digitaler Gewalt - in jeder Form. Und ich erlebe, wie tief die Scham in den Opfern sitzt. Dazu kommen Gefühle von Ohnmacht, Kontrollverlust und Isolation. Diese Opfer wissen oft nicht, an wen sie sich wenden können und was zu tun ist, um wieder Sicherheit und Kontrolle über die eigene Privatsphäre zu gewinnen.
Digitale Gewalt kann jede und jeden treffen. Niemand, der Opfer digitaler Gewalt wird, trägt die Schuld oder muss sich schämen. Wichtig ist, sich Hilfe zu holen.
Und es ist auch wichtig, schnell zu handeln: Beweise sichern, z. B. durch Screenshots oder gespeicherte Nachrichten, dann Anzeige bei der Polizei erstatten. Weitere Hilfe bekommen Opfer durch Opferhilfsorganisationen, Ärztinnen und Ärzte. Familie und nahestehende Freunde sind auch wichtige Stützen in dieser Situation.
Opfer digitaler Gewalt können sich hier weitere Hilfe und Informationen holen:
https://hateaid.org/meldeformular/
https://www.internet-beschwerdestelle.de
Für Jugendliche: https://www.klicksafe.de/materialien/cyber-mobbing-erste-hilfe-app
Alle Fälle von digitaler Gewalt sollten Sie ebenfalls bei den Plattformen melden, wie z.B.:
TikTok:
https://www.tiktok.com/legal/page/global/reporting-illegal-content/de
https://support.tiktok.com/de/using-tiktok/report-problem/report-a-problem
https://www.tiktok.com/legal/report/feedback
Instagram:
https://www.meta.com/de-de/help/policies/867240510905645/
https://help.instagram.com/192435014247952
Facebook:
https://de-de.facebook.com/help/www/135402139904490
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